Zahlenwert
Mit dem Zahlenwert können Sie numerische Daten strukturiert erfassen. Dies ist die Voraussetzung für eine automatisierte Datenverarbeitung und die Reduzierung von manuellen Eingabefehlern.
Kernfunktionen:
Numerische Validierung: Das System stellt sicher, dass keine Buchstaben oder ungültige Zeichen eingegeben werden.
Berechnungsgrundlage: Zahlenwerte können in Formeln verwendet werden (z. B. zur Berechnung von Gesamtstärken, Verbräuchen oder Einsatzdauern).
Dynamische Automatisierung: Werte können aus anderen Systemteilen übernommen oder an diese übergeben werden (z. B. Zählerstände).
Typische Anwendungsbeispiele:
Logistik & Technik: Kilometerstände, Betriebsstunden, Füllmengen (z. B. Liter Schaummittel).Personal: Anzahl der Lehrgangsteilnehmer, verbrauchte Verpflegungsportionen.Einsatzstatistik: Anzahl der eingesetzten Atemschutzgeräte, Schlauchmaterial oder verbrauchte Bindemittel.Gebäude: Aktuelle Raumtemperatur in Lagerräumen oder Prüfintervalle.
Wichtige Konfigurationsparameter
Damit der Zahlenwert korrekt rechnet und angezeigt wird, sollten Sie folgende Einstellungen im Editor prüfen:
Anzeigetitel: (z. B. „Kilometerstand“) – Die Bezeichnung für den Nutzer.Zuordnungsschlüssel: Der eindeutige technische Name für die Datenbank (wichtig für Formeln!).Nachkommastellen: Legen Sie fest, ob Ganzzahlen (z. B. 42 Personen) oder Dezimalwerte (z. B. 12,5 Liter) erfasst werden sollen.Min/Max-Werte: Optional können Sie Grenzwerte definieren, um Fehleingaben (z. B. negative Kilometerstände) zu verhindern.
Praxis-Tipp:
Kombination mit FormelnNutzen Sie den Zahlenwert oft als „Input-Feld“. Sie können beispielsweise zwei Zahlenwert-Felder („Stand Beginn“ und „Stand Ende“) anlegen und ein drittes, schreibgeschütztes Feld die „Differenz“ (Laufleistung) automatisch berechnen lassen.
Mögliche Funktionen des Zahlenwertes
Automatische Berechnungen & Dynamik:
Zahlenwerte sind die Basis für die Logik im Hintergrund:
Summierung / Durchschnittsberechnungen: Automatische Berechnung von Dienststunden, Personalstärken oder Einsatzstatistiken.Zeitberechnungen: Ermittlung von Schicht- oder Pausenzeiten basierend auf Start- und Endwerten.Interaktive Anpassung: Werte ändern sich dynamisch, wenn an anderer Stelle im Formular Personen hinzugefügt oder Tätigkeiten ausgewählt werden.
Steuerung von Sichtbarkeiten und Warnungen:
Sie können den Zahlenwert als „Trigger“ nutzen:
Schwellenwerte: Erreicht ein Wert eine Grenze (z. B. "Max. Kapazität"), können zusätzliche Felder eingeblendet oder Warnhinweise aktiviert werden.
Bedingte Logik: Felder werden gesperrt oder freigegeben, sobald ein bestimmter numerischer Wert erreicht ist.
Praxisbeispiel: Visuelle Warnung (Überbelegung markieren):
Wenn Sie beispielsweise die Patientenanzahl in einer Notaufnahme überwachen und eine Überbelegung optisch hervorheben möchten (z. B. durch eine rosa Einfärbung ab 10 Patienten), nutzen Sie den Bereich Daten → Ausdruck.
Den Ausdruck definieren:
Hinterlegen Sie im Feld Ausdruck (Expression) die mathematische Bedingung. Das System nutzt hierfür den Zuordnungsschlüssel des Feldes in eckigen Klammern.
Beispiel: Ihr Feld hat den Zuordnungsschlüssel iACCNR.
Bedingung: [iACCNR] > 10
Logik: Sobald der eingegebene Wert größer als 10 ist, wird dieser Ausdruck als True (wahr) gewertet.
Darstellung anpassen (Appearance): Damit die Farbe sich ändert, müssen Sie der True-Bedingung eine Formatierung zuweisen:
Navigieren Sie zu den
Appearance-Eigenschaftendes Feldes.Wählen Sie die Formatierung für den Status "Bedingung erfüllt" (z. B. BackColor).
Wählen Sie die gewünschte Warnfarbe (z. B.
RosaoderHellrot)
Wichtige Parameter im Überblick:
Parameter → Pfad → Funktion
Zuordnungsschlüssel: → Daten → Der technische Name (z. B. iACCNR), der im Ausdruck verwendet wird.Ausdruck: → Daten > Ausdruck → Hier wird die Logik hinterlegt (z. B. [Feld] > Schwellenwert).Appearance: → Darstellung → Definiert die Farbe/Schriftart, die bei erfüllter Bedingung greift.
Nutzen in der Praxis:
Diese visuelle Unterstützung minimiert das Risiko, dass kritische Kennzahlen (wie Bettenkapazitäten, Mindeststärken oder Vorratsmengen) übersehen werden. Der Nutzer erhält sofort ein optisches Feedback, ohne den Wert aktiv mit einer Soll-Liste abgleichen zu müssen.
Darstellung definieren (Appearance → Positiver Wert / Negativer Wert)
Das System unterscheidet zwischen zwei Zuständen, basierend darauf, ob Ihre Bedingung (z. B. [iACCNR] > 10) erfüllt ist oder nicht.
Positiver Wert (Ausdruck ist True):
Dieser Stil greift, sobald der Schwellenwert überschritten wird. Hier setzen Sie die auffälligen Warnfarben:
Hintergrundfarbe (BackColor): Wählen Sie einen auffälligen Ton wie
RosaoderRot.Schriftfarbe (ForeColor): Setzen Sie diese auf
Weiß, um einen hohen Kontrast zur dunklen/farbigen Hintergrundfarbe zu gewährleisten.Schriftstil (FontStyle): Stellen Sie diesen auf
Bold (Fett), damit die Zahl sofort ins Auge springt.
Ergebnis: Sobald die Zahl 11 eingegeben wird, färbt sich das Feld schlagartig rot mit weißer, fetter Schrift.
Negativer Wert (Ausdruck ist False):
Dies ist der Normalzustand (z. B. 0 bis 10 Patienten).
- Hier lassen Sie in der Regel die
Standardformateunverändert (weißer Hintergrund, schwarze Schrift), damit das Formular ruhig und übersichtlich bleibt.
Standardwert setzen (Initialisierung)
Unter dem Pfad Daten → Standardwert können Sie festlegen, welche Zahl beim Öffnen eines neuen Formulars bereits im Feld stehen soll.
Empfehlung: Setzen Sie den Wert auf0.
Vorteil: Das Feld ist nicht leer (null), was für nachfolgende mathematische Berechnungen wichtig ist, um Fehler zu vermeiden. Zudem sieht der Nutzer sofort, dass hier eine numerische Eingabe erwartet wird.
Zusammenfassung der Konfigurationsschritte:
Schritt → Bereich → Einstellung
Logik: → Daten → Ausdruck → [iACCNR] > 10Warnung: → Appearance → Positiv → BackColor: Red / Font: BoldNormal: → Appearance → Negativ → Standardfarben (Default)Start: → Daten → Standardwert → 0
Praxis-Tipp:
Sie können diese Logik auch umkehren, um eine Unterschreitung (z. B. Mindestpersonalstärke) zu markieren. Der Ausdruck würde dann lauten: [Personal_Ist] < [Personal_Soll]. Das Feld würde dann warnen, wenn zu wenig Personal eingetragen ist.
Beispiel mehrstufige visuelle Anzeige
Eine mehrstufige visuelle Anzeige (wie im vorherigen Beispiel) für die Anzahl der Patienten in der Notaufnahme, lässt sich über mehrere Ausdrucksbedingungen und zugehörige Darstellungsregeln umsetzen.
Um unterschiedliche Farben für verschiedene Schwellenwerte anzuzeigen, nutzen wir drei identische Felder, die sich gegenseitig über die Eigenschaft Sichtbarkeit (Visibility) ablösen.
🟢 Grün-Anzeige (Normal)
Element 1:
Ausdruck: → [iACCNR] <= 5
Darstellung → Positiver Wert:
BackColor =
GreenForeColor =
WhiteFontStyle =
Regular
Text: „Patientenanzahl Notaufnahme“
Sichtbar nur wenn Ausdruck → true
🟡 Gelb-Anzeige (Warnung/Erhöhtes Aufkommen)
Element 2: (Kopie des obigen Elements)
Ausdruck: →
[iACCNR] > 5 UND [iACCNR] < 10Darstellung →
Positiver Wert:BackColor =
YellowForeColor =
BlackFontStyle =
Bold
Sichtbar nur wenn Ausdruck → true
🔴 Rot-Anzeige (Kritische Auslastung)
Element 3: (erneute Kopie)
Ausdruck: →
[iACCNR] >= 10Darstellung →
Positiver Wert:BackColor =
RedForeColor =
WhiteFontStyle =
Bold
Sichtbar nur wenn Ausdruck → true
Optional: Gleicher Text in allen Fällen
Damit die Anzeige konsistent bleibt, können Sie in allen Elementen denselben Text setzen, z. B.:
Text: → Anzahl Patienten Unfallstation
Umsetzungsschritte im Editor
Damit dieses System funktioniert, müssen Sie die Elemente präzise konfigurieren:
Elemente duplizieren: Erstellen Sie drei Kopien des Zahlenwert-Feldes für die Patientenanzahl.Eindeutige Benennung (Wartbarkeit): Benennen Sie die Elemente im Customization-Form um, damit Sie im Editor nicht den Überblick verlieren:iACCNR_Stufe_GrueniACCNR_Stufe_GelbiACCNR_Stufe_RotSichtbarkeit steuern: Stellen Sie sicher, dass das Feld nur dann angezeigt wird, wenn sein jeweiliger AusdruckTrueergibt. Dies wird meist über die EigenschaftVisibilityin Kombination mit der Ausdruckslogik gesteuert.Einheitlicher Text: Geben Sie allen drei Feldern exakt denselbenAnzeigetitel(z. B. „Anzahl Patienten Unfallstation“). Für den Endnutzer sieht es so aus, als würde ein einziges Feld seine Farbe ändern.
Warum diese Methode?
Intuitiv: Das Personal erkennt ohne zu lesen, ob die Station überlastet ist.
Fehlerfrei: Es gibt keine Überschneidungen. Durch die präzisen Operatoren (<=, >, < und >=) ist zu jedem Zeitpunkt immer genau ein Feld aktiv.
Flexibel: Die Schwellenwerte (5 und 10) können jederzeit an die tatsächlichen Kapazitäten der Station angepasst werden, ohne das Design zu ändern.