Sollstärke

Das Objekt Sollstärke unter den Versteckten Objekten ist ein präzises Werkzeug, um die Personalplanung und Einsatzbereitschaft transparenter darzustellen. Es dient als definierter Referenzwert für die benötigten Ressourcen.

Definition von Personalbedarf (Sollwerte):

  • Festlegung der erforderlichen Mindestanzahl an Einsatzkräften für spezifische Gruppen (z. B. Beamte, Disponenten, Angriffstrupp, Maschinist).

Vergleich Soll/Ist:

  • In Kombination mit dem Objekt „Ist-Stärke“ oder der „Anwesenheitsliste“ erkennt das System automatisch, ob die aktuelle Anwesenheit ausreichend ist.

Dynamische Warnung:

  • Mithilfe von Formelobjekten oder bedingten Formatierungen können Warnungen (z. B. Rotfärbung) bei Unterbesetzung ausgelöst werden.

Planungshilfe:

  • Integration im Wachbericht, um auf einen Blick zu sehen, wie viele Kräfte pro Tag oder Schicht zwingend erforderlich sind.

Logische Verknüpfung und visuelle Steuerung:

Das Objekt entfaltet sein volles Potenzial erst durch die Verknüpfung mit anderen Elementen:

  • Referenzwerte: Die Sollstärke bildet die Basis für automatische Berechnungen.

  • Visuelle Hervorhebung: Durch Schwellenwerte können Felder bei Unterschreitung der Sollstärke automatisch farblich hinterlegt werden.

  • Transparenz: Disponenten oder Wachführer sehen sofort, welche Gruppen unterbesetzt sind, ohne manuell nachrechnen zu müssen.

Relevante Parameter für die Sollstärke:

Bei der Konfiguration im Anpassungsdialog sollten Sie auf folgende Parameter achten:

  • Zuordnungsschlüssel: Eindeutige Kennung für die jeweilige Funktionsgruppe (z. B. Soll_Maschinist).

  • Standardwert: Die numerische Anzahl der benötigten Personen für diese Funktion.

  • Kriterium: Verknüpfung mit dem entsprechenden "Ist-Wert"-Feld zur Differenzberechnung.

Verknüpfung von Sollstärke mit der Personal-Tabelle

Damit die Personalplanung im Wachbuch automatisiert funktioniert, müssen das Steuerelement Sollstärke (Vorgabe) und das Steuerelement Personal-Tabelle (Ist-Zustand) technisch miteinander interagieren.


Das Steuerelement Personal-Tabelle:

Die Personal-Tabelle fungiert als Datenquelle für den aktuellen Personalbestand.

  • Inhalt: Sie listet alle tatsächlich im Dienst befindlichen Personen auf.

  • Zuweisung: Jeder Person ist eine spezifische Funktion (z. B. Feuerwehrmann, Zugführer, Maschinist) zugeordnet.

  • Datenbasis: Diese Tabelle liefert die numerische Grundlage für die Berechnung der `Ist-Stärke.


Funktionsweise des Abgleichs:

Das System führt im Hintergrund einen permanenten Abgleich zwischen den beiden Steuerelementen durch:

  • Ist-Stärke (Herkunft Personal-Tabelle): Ergibt sich aus den aktuell eingetragenen Personen je Funktion.

Soll-Stärke (Herkunft Sollstärke-Element): Stammt aus den vordefinierten Mindestwerten in den Versteckten Objekten.


Das Ergebnis des Vergleichs.

Durch die Verknüpfung dieser beiden Elemente kann das Wachbuch in Echtzeit folgende Informationen visualisieren:

  • Personalengpässe: Wenn die Anzahl der Personen in der Personal-Tabelle kleiner ist als der vordefinierte Sollwert (Ist < Soll).

  • Personalüberschüsse: Wenn mehr Personal als gefordert anwesend ist (Ist > Soll).

  • Status der Einsatzbereitschaft: Eine sofortige Anzeige (z. B. durch Farbumschlag), ob die Schicht gemäß den Vorgaben voll einsatzfähig ist.


Voraussetzungen

Damit die Automatisierung zwischen den Steuerelementen greift, müssen folgende Konfigurationsschritte im Wachbuch-Layout abgeschlossen sein:

  • Strukturvorgabe: Das Steuerelement Personal-Tabelle muss innerhalb der entsprechenden Baumstruktur im Wachbuch-Layout korrekt platziert und aktiviert sein.

  • Datenzuweisung: Jeder in der Tabelle geführten Person muss eine Funktion (z. B. Zugführer, Maschinist) zugewiesen sein.

Wichtig!: Die Funktionsbezeichnung in der Personal-Tabelle (z. B. „Feuerwehrmann“) muss exakt (zeichengetreu) mit der Bezeichnung im Sollstärke-Eintrag übereinstimmen. Nur so kann das System die Werte korrekt zuordnen.


Anwendung in der Praxis:

Die Kombination dieser Elemente bietet einen direkten Mehrwert für die tägliche Personalführung:

Einsatzbereiche:

  • Schichtplanung: Schnelle Prüfung, ob die Mindestbesetzung für die kommende Schicht erreicht ist.

  • Personalverteilung: Gezielte Umverteilung von Kräften bei Funktionsüberschüssen in einer Gruppe zu einer unterbesetzten Gruppe.

  • Einsatzbereitschaft: Sofortige Transparenz für die Leitstelle oder den Wachführer über die tatsächliche Stärke.

Dynamische Aktualisierung:

Ein wesentlicher Vorteil ist die Echtzeit-Aktualisierung: Jede Änderung, die Sie in der Personal-Tabelle vornehmen (z. B. Hinzufügen einer Person oder Ändern einer Funktion), wirkt sich unmittelbar auf die berechnete Ist-Stärke in der Sollstärketabelle aus. Es ist kein manuelles Speichern oder Neuladen des Formulars erforderlich, um den aktuellen Status zu sehen.

Anleitung zur Nutzung des Steuerelements Sollstärke

Die Verwaltung der Sollstärken erfolgt zentral im Editor und ermöglicht eine feingranulare Definition Ihres Personalbedarfs

Aufruf der Konfiguration:

Navigieren Sie im Wachbuch-Editor zum Menüpunkt Sollstärken. Hier erhalten Sie Zugriff auf alle hinterlegten Funktionsgruppen und deren Zielwerte.

Stammdaten Einträge verwalten:

  • In der unteren Ansicht (Einträge verwalten) verwalten Sie die liste der Funktionen. Jeder Eintrag besteht aus:

  • Anzeigenamen: Bezeichnung der Funktion (z. B. „Zugführer“).

  • Soll-Anzahl: Die numerische Vorgabe für die Mindestbesetzung.

  • Aktiv-Häkchen: Bestimmt, ob dieser Eintrag aktuell in die Berechnung einfließt.


Details zum Element festlegen:

Sobald Sie einen Eintrag (z. B. „Feuerwehrmann“) markiert haben, können Sie im Bereich Gewähltes Element unter dem Reiter Daten spezifische Details definieren:

  • Soll-Anzahl definieren: Legen Sie den exakten Wert fest (z. B. 4). Dies bedeutet, dass mindestens 4 Personen mit dieser Funktion anwesend sein müssen.

  • Kriterien hinzufügen: Dies ist das Herzstück der Zuordnung. Hier verknüpfen Sie den Sollwert mit den tatsächlichen Daten:

    • Nutzen Sie Funktionen (z. B. „Feuerwehrmann“, „Maschinist“) als Kriterium.

    • Filtern Sie bei Bedarf nach weiteren Eigenschaften wie Aufgaben, Ressourcen oder Qualifikationen.

  • Reihenfolge bestimmen: Legen Sie fest, in welcher Sortierung die Funktionen im Frontend (für den Anwender) angezeigt werden sollen.


Aktivieren/Deaktivieren:

  • Über das Kontrollkästchen Aktiv steuern Sie die Relevanz:

  • Aktiviert: Der Eintrag wird im Wachbuch angezeigt und gegen die Ist-Stärke geprüft.

  • Deaktiviert: Der Eintrag bleibt im System gespeichert, wird aber vorübergehend aus allen Berechnungen und Anzeigen im Frontend ausgeblendet.

Vortgeschrittenen Tipp für die Kriterien:

Stellen Sie sicher, dass beim Hinzufügen von Kriterien die logische Verknüpfung exakt die Personen aus der Personal-Tabelle herausfiltert, die für diese Sollstärke zählen sollen. Eine falsche Filterung führt dazu, dass die Ist-Stärke dauerhaft auf „0“ bleibt, obwohl Personal eingetragen ist.

Fortgeschrittene Konfiguration & Visualisierung

Neben der reinen Definition von Werten bietet das System Werkzeuge zur Automatisierung und zeitlichen Steuerung der Personalvorgaben.

Automatisierung und Gültigkeit:

  • Automatische Korrektur: Ist dieser Parameter aktiviert, passt das System die Sollstärke rückwirkend an.

  • Beispiel: Ändern Sie den Sollwert von 4 auf 5, werden auch bereits existierende Wachberichte auf den neuen Wert aktualisiert.

  • Gültigkeit (Serie): Über die Funktion „Serie bearbeiten“ legen Sie fest, wann ein Sollwert gilt (z. B. täglich, wöchentlich oder nur an Wochenenden).

  • Zeitraum & RRULE: Sie können eine Seriendauer mit Start- und Enddatum definieren oder per „Import“ komplexe Wiederholungsmuster (RRULE) einfügen.


Speichern & Anwenden:

Um die Konfiguration abzuschließen:

  • Bestätigen Sie Ihre Änderungen über die Schaltfläche Übernehmen oder den Grünen Haken.

  • Die Werte werden unmittelbar in die Wachbuch-Übersicht übertragen und stehen für den Live-Vergleich mit der Personal-Tabelle bereit.


Visualisierung im Dienst:

Die tatsächliche Auswertung findet für den Anwender im Formularbereich statt, beispielsweise unter „Stärke Einsatzdienst“.

  • Soll-Ist-Vergleich: Im Formular werden die vordefinierte Soll-Stärke und die tatsächliche Ist-Stärke direkt nebeneinander angezeigt.

  • Visuelle Warnsignale: Durch farbige Markierungen oder die Anzeige von Differenzzahlen (z. B. -1) wird sofort ersichtlich, ob eine Unterbesetzung vorliegt.

  • Transparenz: Führungskräfte sehen auf einen Blick, ob die Mindestbesetzung für den aktuellen Dienst erfüllt ist.

Hinweis: Die visuelle Darstellung (z. B. Farbumschlag bei Unterbesetzung) wird über die im vorangegangenen Abschnitt erwähnten Formelobjekte oder bedingten Formatierungen gesteuert.

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